Kunst ist das womit man durchkommt

17. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Sag ich doch.

Gemacht mit dem Warholizer, gefunden im Lummaland

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Die Riots, die Gründe und der Scum

9. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Tottenham Riots by Beacon Radio
Tottenham Riots, von Beacon Radio auf Flickr.

Über die Londoner Riots lieferte ich mir heute auf Facebook heute ein ganz interessante Diskussion über Ursachen, Eskalationen und die Rechtfertigung von Gewalt. Interessante Artikel dazu gibt es hier und hier. Kernpunkt der Debatte war eigentlich: so sehr man das Aufflammen der Gewalt auch aus der sozialen Situation der Stadtteile heraus erklären kann, ändert sich nichts daran, dass man die Krawalle kurzfristig eindämmen muss. Notfalls auch mit Wasserwerfern (die die britische Polizei nicht hat). Hoffentlich nicht mit der Armee. Was man dann langfristig für eine Politik entwickelt, um solche Krawalle in Zukunft (ganz naiv gehofft) nicht mehr passieren zu lassen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Dabei fiel mir ein Muster von vielen sozialen Konflikten auf, die mit Gewalt ausgetragen werden. Du hast einen Kern von Aktivisten, deren Anliegen aufrichtig ist. Die greifen zu Gewalt. Und die zieht ein bestimmtes Klientel an, eskaliert, wird Selbstzweck und entwertet das ursprüngliche Anliegen. Zum Beispiel so:

Es ist schlicht widerlich. Weder irgendwelche Gene noch soziale Umstände zwingen Menschen dazu, bei so was mitzumachen. Jeder Mensch hat die Wahl, ob er sich so verhalten will. Und dann die Konsequenzen dafür zu tragen.

Lasst sie doch baden

8. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es war Sonntag, es war sonnig. Also humpelte ich an die Hamburger  Binnenalster, um mich der Logik des Spektakels hinzugeben und einen Blick auf die Badende zu werfen.

Hinten rechts in der Ecke

„Wo ist sie denn?“, war mein erster Gedanke. „Unspektakulär“, mein zweiter. Was mit Sicherheit daran lag, dass diverse Hamburger Lokalpolitiker in der Mopo und anderswo die Empörungstrommel schlugen: „Verkitschung“, „Kommerzialisierung des öffentlichen Raums“, „Dammbruch“. Tatsächlich hockt die Figur in der äußersten rechten Ecke der Binnenalster, von Jungfernstieg aus gesehen. Da stört sie das Alsterpanorama ehrlich gesagt nicht, sorgt aber für einen ordentlichen Touristenauflauf.

Alsterpuppe. Ganz nett.

Ich finde sie: ganz nett. Nicht kitschig, was ohnehin ein ultrasubjektives Totschlagkriterium ist.  Wegen mir könnte sie da auch länger hocken als 10 Tage. Viel interessanter finde ich, dass der Initiator Oliver Voss mittlerweile als Künstler firmiert und die Installation als Kunstprojekt läuft. Obwohl die Dame ja Werbeträgerin einer Kosmetikmarke ist, mithin sogar „Soap & Glory’s Geschenk für Deutschland.“ Chapeau. Gut verkauft, die Idee. Auch wenn der Besucher davon nix merkt und sich die Lokalpresse die Nennung des Markennamens weitgehend schenkt.

Aber wie gesagt: Ganz nett.

Saisonstart

5. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute Abend startet mit dem Duell BVB (Heimat) gegen den HSV (Wahlheimat) die Bundesliga. In den letzten sechs Jahren waren diese Duelle hohe Feiertage für mich, vorwiegend deshalb, weil man dann in Hamburger Kneipen ein BVB-Spiel sehen konnte.

Dieser Faktor entfällt heute, das Spiel läuft im Free-TV. Was nicht schlecht angesichts meiner Immobilität ist (Bänderriss, weissu). Ansonsten freu ich mich darauf, keine gespaltenen Loyalitäten mehr pflegen zu müssen. Meine Lieblingsvereine BVB, FCSP und der Jahn verteilen sich sauber auf alle drei Ligen.

Das wird eine fantastische Saison. Und sie darf gern wieder so  enden:

Bye bye, altes Twitter

3. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Keine schöne Nachricht für Web-Traditionalisten. Twitter wird die klassische Version seines Interfaces in dieser Woche abschalten.

“If you’re currently using Old Twitter, we want to let you know that you’ll be upgraded to New Twitter this week,” ließ uns das Unternehmen in einem Tweet wissen.

Das neue Web-Interface ist bei seinem Launch recht harsch kritisiert worden. Ich konnte das nie nachvollziehen. Sowohl aus Binnensicht des Unternehmens („Lass uns die User auf unserer Plattform halten“), als auch aus Nutzersicht („Worauf zur Hölle bezieht sich dieser Replie“), überwiegen die Vorteile. Das neue Twitter lässt einen den Dienst schneller, komfortabler und effizienter nutzen. Und die erhöhte Komplexität hat das Interface nicht komplizierter gemacht, zumindest in meinen Augen. (Von der Twitter iPad App soll hier jetzt mal nicht die Rede sein.)

Aber jeder, der schon mal einen Website Relaunch begleitet hat, weiß: Neuerungen haben es schwer im Netz. Redesigns werden skeptisch beäugt. User sind Gewohnheitstiere. An das neue Twitter sollte man sich dennoch gewöhnen. Es lohnt sich.

Pirates! kommt aufs iPad. Ich komme ins Grübeln.

2. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Fuß. Socken. Biowärmeflasche.

Wer freut sich schon über einen Bänderriss? Die Aussicht, zwei Wochen mit hochgelegtem Fuss auf der Couch zu verbringen, reizt begrenzt. Und dennoch verspürte ich am Tag nach meinem Bänderrisses einen Schauer im Rücken. Sid Meiers Pirates! erschien für das iPad. Und die kommenden Tage schienen mir dann doch recht leicht zu füllen.

(Konsolen-)Games sind eine Leidenschaft, in die seit 25 Jahren nicht unerhebliche Summen meines Einkommens fliesst. Dementprechend meine Auswahl an Zeitvertreibern. Aber nur in wenigen Titeln kann ich so versinken, wie in den Klassikern der 80ern oder ihren Remakes – Titeln, die ich mit 10 bis 13 Jahren gespielt habe. Pirates. Populus. Kaiser. Und mir wird es da nicht alleine gehen.

„Reine Nostalgie“ mag man da rufen. Investiere 2.99€ und du erhältst ein Spiel, das du kennst, beherrscht und bei dir wohlige Erinnerungen wachruft. Ja, Nostalgie spielt eine gewichtige Rolle. Aber Einfachheit vielleicht eine noch größere.

Klar, ein bekannter Klassiker ist (natürlich) schneller zugänglich. Man kennt die Steuerung, die Erfolg versprechenden Strategien und die Stolpersteine im Spiel. Aber unabhängig davon: Games haben mittlerweile einen Komplexitätsgrad in Steuerung und Spielmechanik, der am Anfang durchaus demotivierend wirken kann. Meine Eindruck ist, dass Klassiker den Spagat zwischen Spielspass und Lernaufwand besser ausbalanciert haben. Damit bieten sie schnell einen Grad an Spielspaß, den mir moderne Titel erst nach einem halbstündigen Tutorial liefern.

Keinen Vorwurf an heutige Spielentwickler: die Entwicklung hin zu komplexeren Spielen dürfte wohl systemimmanent sein. Jedes neue Spiel soll besser sein als sein Vorgänger oder der Genre-Benchmark. Jede technische Plattform will ausgereizt werden. Mehr Wow. Mehr Handlungsoptionen. Bessere Story. Bessere Grafik. Diese Entwicklung hat ja im Grunde ein Genre wie Arcade-Games als Gegenentwurf erst sinnvoll gemacht. Kein Wunder, dass gerade Klassiker wie Pirates oft unter diesem Label neu veröffentlicht werden. Und zu Erfolgen werden.

Dieses Hochwertigkeitswettrüsten unter Games hat mehr Schattenseiten. Spiele werden zu fertigen Imaginationsprodukten ohne echte Uneindeutigkeiten. Sie eignen sich immer weniger als Grundstoff für eigene imaginierte Welten. Ich will das kurz erklären.

Als ich Anno ’86 das erste mal auf der (nur mühevoll als solche zu erkennenden) Brüstung der Stadtmauer von Havanna mit meinem grobpixeligen Charakter den spanischen Kommandanten in die Knie zwang, sorgte das in meinem 11-jährigem Schädel für ein wahres Assoziationsfeuerwerk aus Piratenfilmen, -büchern und -Geschichten meines Vaters. Die grafische Limitiertheit (so sah das seinerzeit aus) des Spiels wirkte mehr als Inspiration oder Katalysator, woraus ich mir meine eigene Welt und Story erträumen konnte. Diese Magie von Spielen begegnet mir bis heute nur bei Klassikern. Die Ausnahme: Fussballmanager. Passenderweise dann, wenn ich zur Spieldarstellung einen limitierten Tickermodus wähle.

Ich glaube es ist genau dieser Effekt, der einen sagen lässt, ein Buch sei besser als seine Verfilmung (und man sagt es immer.) Weil eine aufgeschriebene Geschichte immer mehr Raum für meine eigene Lesart bietet.

Welche eigene Imagination mag man einer exakt durchdachten, verkörperten und vermarkteten Idee von Piratentum entgegensetzen, wie sie Jack Sparrow darstellt? (Die dann als Lego-Variante auf Konsolen spielbar wird.) Oder dem Storytelling von L.A. Noir? Im Grunde braucht es hier keine Vorstellungskraft. Diese Erzählungen sind perfekt. Oder?

Ja. Aber das dürfte wohl egaler sein, als man es als Mitt-Dreissiger wahrhaben will. Vielleicht ist es nur die Bequemlichkeit des Erwachsenen, die meint Perfektion zu erkennen und darauf verzichtet die Story weiterzuspinnen. Ich glaube, Kinder werden das anders sehen. Sie werden sich einen Dreck um vorgegebene Deutungen scheren. Sie werden ihre eigenen Geschichten erzählen.

Insofern will ich gar nicht jammern. Ich freue mich einfach auf kommende Zeitmaschinen in Games-Form, genauso wie auf künftige Hochleistungstitel, die meine Xbox zum dampfen bringen. Schliesslich habe ich jetzt genug Zeit, meine Bestände durchzuspielen.

Guten Morgen

25. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

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