Die Riots, die Gründe und der Scum

9. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Tottenham Riots by Beacon Radio
Tottenham Riots, von Beacon Radio auf Flickr.

Über die Londoner Riots lieferte ich mir heute auf Facebook heute ein ganz interessante Diskussion über Ursachen, Eskalationen und die Rechtfertigung von Gewalt. Interessante Artikel dazu gibt es hier und hier. Kernpunkt der Debatte war eigentlich: so sehr man das Aufflammen der Gewalt auch aus der sozialen Situation der Stadtteile heraus erklären kann, ändert sich nichts daran, dass man die Krawalle kurzfristig eindämmen muss. Notfalls auch mit Wasserwerfern (die die britische Polizei nicht hat). Hoffentlich nicht mit der Armee. Was man dann langfristig für eine Politik entwickelt, um solche Krawalle in Zukunft (ganz naiv gehofft) nicht mehr passieren zu lassen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Dabei fiel mir ein Muster von vielen sozialen Konflikten auf, die mit Gewalt ausgetragen werden. Du hast einen Kern von Aktivisten, deren Anliegen aufrichtig ist. Die greifen zu Gewalt. Und die zieht ein bestimmtes Klientel an, eskaliert, wird Selbstzweck und entwertet das ursprüngliche Anliegen. Zum Beispiel so:

Es ist schlicht widerlich. Weder irgendwelche Gene noch soziale Umstände zwingen Menschen dazu, bei so was mitzumachen. Jeder Mensch hat die Wahl, ob er sich so verhalten will. Und dann die Konsequenzen dafür zu tragen.

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Lasst sie doch baden

8. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es war Sonntag, es war sonnig. Also humpelte ich an die Hamburger  Binnenalster, um mich der Logik des Spektakels hinzugeben und einen Blick auf die Badende zu werfen.

Hinten rechts in der Ecke

„Wo ist sie denn?“, war mein erster Gedanke. „Unspektakulär“, mein zweiter. Was mit Sicherheit daran lag, dass diverse Hamburger Lokalpolitiker in der Mopo und anderswo die Empörungstrommel schlugen: „Verkitschung“, „Kommerzialisierung des öffentlichen Raums“, „Dammbruch“. Tatsächlich hockt die Figur in der äußersten rechten Ecke der Binnenalster, von Jungfernstieg aus gesehen. Da stört sie das Alsterpanorama ehrlich gesagt nicht, sorgt aber für einen ordentlichen Touristenauflauf.

Alsterpuppe. Ganz nett.

Ich finde sie: ganz nett. Nicht kitschig, was ohnehin ein ultrasubjektives Totschlagkriterium ist.  Wegen mir könnte sie da auch länger hocken als 10 Tage. Viel interessanter finde ich, dass der Initiator Oliver Voss mittlerweile als Künstler firmiert und die Installation als Kunstprojekt läuft. Obwohl die Dame ja Werbeträgerin einer Kosmetikmarke ist, mithin sogar „Soap & Glory’s Geschenk für Deutschland.“ Chapeau. Gut verkauft, die Idee. Auch wenn der Besucher davon nix merkt und sich die Lokalpresse die Nennung des Markennamens weitgehend schenkt.

Aber wie gesagt: Ganz nett.

Bye bye, altes Twitter

3. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Keine schöne Nachricht für Web-Traditionalisten. Twitter wird die klassische Version seines Interfaces in dieser Woche abschalten.

“If you’re currently using Old Twitter, we want to let you know that you’ll be upgraded to New Twitter this week,” ließ uns das Unternehmen in einem Tweet wissen.

Das neue Web-Interface ist bei seinem Launch recht harsch kritisiert worden. Ich konnte das nie nachvollziehen. Sowohl aus Binnensicht des Unternehmens („Lass uns die User auf unserer Plattform halten“), als auch aus Nutzersicht („Worauf zur Hölle bezieht sich dieser Replie“), überwiegen die Vorteile. Das neue Twitter lässt einen den Dienst schneller, komfortabler und effizienter nutzen. Und die erhöhte Komplexität hat das Interface nicht komplizierter gemacht, zumindest in meinen Augen. (Von der Twitter iPad App soll hier jetzt mal nicht die Rede sein.)

Aber jeder, der schon mal einen Website Relaunch begleitet hat, weiß: Neuerungen haben es schwer im Netz. Redesigns werden skeptisch beäugt. User sind Gewohnheitstiere. An das neue Twitter sollte man sich dennoch gewöhnen. Es lohnt sich.

Wo bin ich?

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